20.01.2018: Rückblende 20. Januar 1968 – Möbel Happel zieht von Remscheid nach Hückeswagen ins Haus Zach

Möbel Happel am aktuellen Standort Industriestraße. 1997 zog man vom Haus Zach hier hin. Foto: N. Bangert
Möbel Happel am aktuellen Standort Industriestraße. 1997 zog man vom Haus Zach hier hin. Foto: N. Bangert

Eigentlich war Adolf Happel mit seinem Standort Burger Straße in Remscheid als solches ganz zufrieden. Das Geschäft lief gut und sein Sohn Werner war auch schon in den Betrieb integriert, obwohl er noch die Schulbank drücken musste. Wäre da nicht der Zustand des Gebäudes: Es waren nicht nur schon Wasserschäden vorhanden, auch regnete es hinein und der Vermieter hielt sich mit Investitionen auffallend zurück. „Mein Vater war ein Mann von schnellen Entschlüssen“, erinnert sich Werner Happel, der gegenwärtig die Geschicke des Unternehmens leitet, an das Geschehen. Kurzer Hand suchte der Senior eine neue Bleibe und rein zufällig stieß er in der Schloss-Stadt auf das Gebäude, das noch heute unter dem Namen „Haus Zach“ bekannt ist. Schließlich war es dann soweit. In einer BM-Anzeige kündigte der Inhaber zwei Tage vor dem großen Tag an: „Am Samstag dem 20. Januar eröffnet Möbel Happel in Hückeswagen, Islandstraße ein modernes Möbelhaus“.

Die Bergische Morgenpost widmete sich in einem Artikel einen Tag später dann noch ausführlicher der Eröffnung und vergaß auch nicht die Vergangenheit des Hauses zu schildern. Erbaut wurde das Geschäftshaus demnach von „Bergstede & Frerichs“. Nach einigen Besitzerwechseln folgte zuletzt das Kaufhaus Heka, bevor das dann bis 1968 eine längere Zeit leer stand. „Unseren neuen Vermieter Otto Zach kannten wie vorher nicht und der Umzug selber dauerte dann ein paar Wochen“, so Werner Happel. Erst später erfuhr er dann von der großen und stolzen Geschichte der Unternehmerfamilie Zach.

Doch auf welche Weise brachte nun Happel „Neues Leben ins alte Haus“, wie die BM damals titelte? Sowohl Erd- als auch Obergeschoss wurden renoviert und neu eingerichtet. Und das Vorhaben war ambitioniert, denn mit einer großen Auswahl wollte man sich in Hückeswagen vorstellen: Egal ob Wohn- oder Schlafzimmer, Klein- oder Polstermöbel, modern oder antik, alles sollte gezeigt werden. Während in der unteren Etage die Kleinmöbel wie Tische und die Teppiche Platz fanden, war der Ausstellungsbereich oben über die schöne Freitreppe zu erreichen.

Doch auch in der Schloss-Stadt musste das neue Unternehmen bald einen Strauß ausfechten. So wurde einige Zeit nach dem Umzug die Islandstraße aufgerissen, weil man diese zu einer Fußgängerzone umbauen wollte. Überall lagen plötzlich nur noch Bretter, die einen Zugang zum Geschäft mehr schlecht wie recht ermöglichten. „Daraufhin schaltete mein Vater eine Todesanzeige in der Zeitung, die vom Ableben des Geschäftsstandortes Islandstraße kündete. Am nächsten Tag wurde die Straße schnell wieder zu gemacht“, so Happel mit einem Lächeln.

Das Haus Zach sollte auch nur eine Durchgangsstation für die Firma sein, sie hat heute an der Industriestraße ihren Sitz. Und mit diesem Standort endet bis auf Weiteres der Zyklus der Standortwechsel, der nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem kleinen Textilhandel in der Nachbarstadt Remscheid begonnen hatte.

Erschienen in der Bergischen Morgenpost, Ausgabe Hückeswagen am 19. Januar 2018, URL: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/hueckeswagen/moebel-happel-zieht-es-von-remscheid-nach-hueckeswagen-ins-island-aid-1.7330877

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