22.01.2018: Rückblende 22. Januar 2008: Die Schloss-Stadt bekommt erstmals eine Autogas-Tankstelle

Der Gastank für Autogas wird auf das Gelände der Firma Kfz-Hövel gehievt. Foto: N. Bangert am 22. Februar 2008.
Der Gastank für Autogas wird auf das Gelände der Firma Kfz-Hövel gehievt. Foto: N. Bangert am 22. Februar 2008.

Ein kleines Stück Hückeswagener Technikgeschichte wird am 22. Januar 2008 an der Peterstraße geschrieben. Es entsteht die erste Autogastankstelle auf dem Stadtgebiet: Ein 4850 Liter umfassender Flüssiggastank wird mit einem Kran auf das Gelände der Firma Kfz-Technik Hövel gehievt. Allerdings sollte es noch bis zum 16. Februar dauern, bis der erste Kunde wirklich tanken konnte und so nicht mehr nach Wermelskirchen oder Lindlar fahren musste. Dann erst gab der Dekra-Sachverständige mit einer Unterschrift sein OK.

Nachdem die Planungen im Februar 2007 begonnen hatten und das Fundament Mitte Oktober des gleichen Jahres gegossen wurde, war zumindest bautechnisch mit dem Aufstellen und Anschließen des Tanks der letzte Schritt getan. Dass der Behälter auf dem erhöhten Firmengelände, und nicht unmittelbar an der Peterstraße installiert wurde, hatte damit zu tun, dass der Tank ansonsten zu nahe an den Kanalrohren gelegen hätte.

Ein Liter Flüssiggas kostete damals 0,59 € und lag somit auf dem heutigen Preisniveau. Über 100 Autos konnten mit dem Volumen des Hövel-Tanks gefüllt werden, bevor per GSM-Funkmodem automatisch Nachschub angefordert wurde.

Kfz-Meister Dirk Hövel blickt heute mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Maßnahme vor zehn Jahren: „Während der ersten fünf Jahre gab es keine Probleme. Der Höhepunkt des Autogas-Geschäftes war dann in den Jahren 2010 bis 2012, als eine immer größere Anzahl von Menschen ihre Fahrzeuge umrüsten ließen.“ Doch dann ereignete sich ein Unfall mit einem Smart an einer der im gesamten Bundesgebiet immer zahlreicher werdenden Autogas-Tankstellen und eine Sicherheitsdiskussion begann. Um den Anfahrschutz zu gewährleisten, wurden schließlich so gut wie keine oberirdischen Gastanks mehr genehmigt, da die Anforderungen vor allem in Bezug auf die LKWs zu groß gewesen wären.

Hövel: „Ab dem Jahr 2012 kam der Effekt hinzu, dass kaum noch neue Fahrzeuge umgerüstet wurden, da die Motorentechnik aufgrund der gestiegenen Abgasnormen zu komplex wurde.“ Zwar stießen die Autogas-Fahrzeuge seit jeher 15 Prozent weniger CO2 aus als ein Ottomotor, jedoch wurden die Umrüstungen teurer. Deren Anzahl ging auch bei Hövel, der extra dafür einen Mitarbeiter eingestellt hatte, zirka um den Faktor 10 zurück.

Aktuell ist für den Betrieb das Autogas-Geschäft immer noch ein sehr wichtiges Standbein. Das liege zum einen an der hohen Anzahl von Bestandsfahrzeugen, zudem sei nun wieder eine leicht steigende Nachfrage festzustellen. Hövel: „Der Anteil der Dieselfahrzeuge nimmt ab, was der aktuellen Diskussion um die Fahrverbote geschuldet ist. Alternative Antriebe sind im Kommen“, so Hövel. Der Chef selber setzt auf die Hybridtechnologie, mit der sich der persönliche Anfahrtsweg von zu Hause zur Firma gut bewältigen lässt. Die Elektromobilität sieht er erst dann im größeren Maßstab kommen, wenn die Probleme mit der Ladeinfrastruktur gelöst seien.

Erschienen in der Bergischen Morgenpost, Ausgabe Hückeswagen, am 25. Februar 2018. URL: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/hueckeswagen/schloss-stadt-bekommt-erste-autogas-tankstelle-aid-1.7344352.amp?__twitter_impression=true

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