03.04.2018: Rückblende 3. April 1888 – Der „Gute Hirte“ Gerhard Rottlaender wird geboren

Pfarrer Gerhard Rottlaender, Bild Stadtarchiv Hückeswagen.

(nob) Der „Gute Hirte“ ist ein feststehender biblischer Begriff und steht heute nicht nur als Synonym für Jesus Christus, sondern auch für einen herausragenden Geistlichen. Der BM-Journalist Theo Dörpinghaus bezeichnete in einem Nachruf vom Februar 1972 den katholischen Pfarrer Gerhard Rottlaender als einen solchen und wenn man sich sein Wirken in Hückeswagen betrachtet durchaus zurecht.

Rottlaender wurde am 3. April 1888 als fünftes von acht Kindern in einer Arbeiterfamilie in Engelskirchen geboren. Trotzdem besuchte er das Humanistische Gymnasium in Krefeld, wo er im Frühjahr 1909 sein Abitur ablegte. Zum Studium der Theologie und der Philosophie besuchte er drei Jahre die Universität in Bonn, anschließend absolvierte er zwei Semester am Priesterseminar in Köln. Im Hohen Dom zu Köln erhielt Gerhard Rottlaender schließlich am 15. Februar 1913 die Priesterweihe.

Mit frischen Weihen und im Alter von 24 Jahren kam er dann nach Hückeswagen, wo er vom 1. März 1913 bis 1925 das Amt eines Vikars bekleidete. Direkt in seiner Anfangszeit wurde er 1914 bei einer Pfarrer-Vakanz kurzzeitig Pfarrverweser, bis Pfarrer Friedrich Uerlichs als Nachfolger von Joseph Heil das Leitungsamt der St. Mariä Himmelfahrt-Pfarrgemeinde übernahm.

Besondere Verdienste erwarb er sich als Präses im Gesellenverein (heute Kolpingsfamilie), wo er sich leidenschaftlich der Theatergruppe widmete. Auch gründete er ein Tambourcorps.

Im Jahre 1925 endete die erste Phase seines Wirkens in Hückeswagen, denn er wurde als Pfarrrektor und später als Pfarrer nach Bergneustadt versetzt. Ende 1936 übernahm er die Gemeinde „St. Severin“ in Lindlar, aber schon im April 1937 kehrte er nach Hückeswagen zurück, dieses Mal als Pfarrer.

Nach dem Zweiten Weltkrieg galt sein Engagement dem Umbau der Katholische Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt, der Erweiterung und der Modernisierung des Marienhospitals und dem Bau der „Kapelle Maria zur Mühlen“. In einem Nachruf wird vor allem seine Rolle als Kuratoriumsvorsitzender des Krankenhauses gewürdigt, da er wohl einen Sinn fürs kaufmännische entwickelte. Möglich wurde so der Bau eines neuen Schwesternhauses und eines Personalhauses.

Im Jahr 1955 ließ er für die Gemeinde in Voraussicht von steigenden Mitgliedszahlen ein Grundstück in Wiehagen erwerben, wo später die St. Katharina-Kapelle mit einem Gemeindezentrum entstand.

Zum 1. Oktober 1967 ging Rottlaender in den Ruhestand, wobei er mit einem feierlichen Hochamt verabschiedet wurde. In Anerkennung seiner Verdienste verlieh ihm Joseph Kardinal Frings den kirchlichen Ehrentitel „Erzbischöflicher Rat“.

Der Geistliche blieb in Hückeswagen wohnen, wo er in einem Schieferhäuschen an der Weierbachstraße seinen Lebensabend verbrachte. Noch bis zu seinem Tod am 3. Februar 1972 arbeitete er als Seelsorger im Marienhospital und kümmerte sich aufopferungsvoll um die Kranken. Sein diamantenes Priesterjubiläum, das Mitte Februar 1972 gefeiert werden sollte, durfte er nicht mehr erleben.

URL: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/hueckeswagen/der-gute-hirte-von-hueckeswagen-wird-geboren-aid-1.7505888, erschienen in der Bergischen Morgenpost, Ausgabe Hückeswagen am 11. April 2018.

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