05.06.2017: Rückblende 5. Juni 1887: Der Heimat- Verkehrs- und Verschönerungsverein wird gegründet.

Die Projekte des HVV in der Blütezeit kurz nach der Gründung auf einer Ansichstkarte.
Die Projekte des HVV in der Blütezeit kurz nach der Gründung auf einer Ansichtskarte.

(nob) Es war eine einfache Feststellung, die am 5. Juni 1887 in den Gründungsdokumenten festgehalten wurde. Und doch war sie die Initialzündung für einen Verein, der – nach anfänglichen Startschwierigkeiten – eine Erfolgsstory sondergleichen schreiben würde: „Die […] schöne Natur bedarf nicht der Kunst, die an großen Städten und an Fürstensitzen so Bedeutendes schafft, sondern nur der Pflege.“ Heute würde so mancher Bürger im Angesicht der Unkrautlandschaften im Schlosshagen heftig nickend zustimmen. Damals – Ende 1887 – schritt man zur Tat, als die Kassenstände „recht günstig zu nennen“ waren. Die erste Aktion war die Planierung und Verbreiterung eines Weges durch den Berghauser Busch, an dem Bäume gepflanzt und Bänke aufgestellt wurden. Zentrale Figur und Antriebsfeder der Anfangsjahre war Louis Wiehager, der in der Chronik des HVV, die 1987 entstand, immer wieder lobend hervorgehoben wird. Der Aufbau des Vereins geriet jedoch ins Stocken: Mitgliedsbeiträge wurden nicht gezahlt, „hartnäckiges Fehlen in den anberaumten Sitzungen“ wurde festgestellt und allgemeine Teilnahmslosigkeit machte sich breit. Doch das Blatt wendete sich. Am 16. November 1892 übernahm der Unternehmer Jean Bêché den Vorsitz und es flossen „ziemlich bedeutende private Geldopfer“, die mit der Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Hugo Hagenkötter einhergingen. Es folgte eine Blütezeit, in der etliche Projekte realisiert wurden. Als neuer Schwerpunkt kristallisierte sich die 1856 entdeckte aber bis dato wieder vergessene Karquelle heraus, wo eine regelrechte Naherholungs-Infrastruktur errichtet wurde. Es entstanden Wege, ein Pavillon im Jägerhausstil und Ruhebänke in der „Sennhütte“, die ein Aussichtspunkt war und wo sogar Erfrischungen gereicht wurden. Das erste große Fest am 30. Juli 1893, wo all dieses eingeweiht wurde, geriet zu einem Riesenerfolg. Von da an ging es Schlag auf Schlag: Ein Aussichtsturm auf der Kaiserhöhe (1895), und 1898 der unansehnliche Stricksplatz (heute Wilhelmsplatz) wurde verschönert.

Es waren nicht zuletzt diese Anfangsjahre, aus denen der Verein zehrte und die ihm bis in das 21. Jahrhundert hinein eine große Bedeutung gaben. Spätestens mit dem Tod von Hans-Anton Wiehager am 25. Juli 2009 befindet sich der Verein mangels Aktiven jedoch in einer Krise. Doch Aufgeben will man noch nicht, das unterstrich der aktuelle Vorsitzende Lutz Jahr in einem Gespräch. „Diesen Schritt haben wir bisher gescheut“, sagte er. Und hier schließt sich der Kreis, denn schon in den Anfangsjahren gab es derartige Krisen doch manchmal setzen Impulse von außen neue Kräfte frei.

Erschienen in der Bergischen Morgenpost am 13. Juni 2017: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/hueckeswagen/heimat-und-verkehrsvereins-wird-gegruendet-aid-1.6879736

Rückblende Hückeswagen vor 130 Jahren - Heimat- und Verkehrsverein wird gegründet
Rückblende Hückeswagen vor 130 Jahren – Heimat- und Verkehrsverein wird gegründet

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