20.09.2018: Rückblende (50) zum 20. September 1968 – WDR-Prominentenmannschaft kickt an der Schnabelsmühle

Ein Gemeinschaftsfoto der beiden Prominentenmannschaften vom WDR und aus Hückeswagen mit der Reporter-Legende Ernst Huberty am Mittelkreis. Foto: Theo Dörpinghaus.

(nob) Es war der 20. September 1968, als in Hückeswagen ein Sportereignis stattfand, von dem der BM-Berichterstatter Theo Dörpinghaus schreibt: „Halb Hückeswagen war auf den Beinen […] und es war schon Wochen vorher in aller Munde.“ Die Rede ist allerdings nicht von einer Weltmeisterschaft, sondern vom Auftritt der WDR-Prominentenmannschaft an einem Freitagabend auf dem Sportplatz, dass für Hückeswagener Verhältnisse von unfassbaren 2500 Zuschauern verfolgt wurde. Tatsächlich gab es in der Bergischen Morgenpost zu diesem Fußballspiel eine ausführliche Vor- und Nach-Berichterstattung, ganz offenbar wurde der Stellenwert dieser Veranstaltung als sehr hoch eingeschätzt. Nicht nur Prominente traten auf, auch wurde Gutes getan, so war der Erlös für Waisenhäuser bestimmt.

Die Begeisterung von Dörpinghaus könnte auch damit erklärt werden, dass er als Linienrichter eingesetzt war, die Aufstellung der Teams war aber gewiss eine ganz besondere. Für den WDR spielten unter anderem: Paul Olpp (Handball-Nationalspieler, Olympia-Teilnehmer 1936 und später Architekt), Ernst Huberty (Sportmoderator), Willy Quator (Europameister im Boxen), Gerd Harpers (Fußball-Nationalspieler), Erich Schöppner (Profiboxer) und Reinhard Münchenhagen (Fernsehmoderator). Hier wollten die Hückeswagener nicht hintenanstehen und boten ihrerseits die geballte Lokalprominenz auf, zum Beispiel: Dr. Peter Bode (Allgemeinmediziner), Fred Purwin (Mitglied der legendären Raspo-Landesligaelf), Horst Flosbach (Langstreckenläufer und Olympia-Teilnehmer), Burkhard Moos (Pfarrer), Wilfried Stawicki (Gastwirt) und Fritz Krumm.

Linienrichter Herbert Orbach ritt zur Freunde der Zuschauer zu Beginn der zweiten Halbzeit als „Don Camillo“ auf einem Esel auf dem Platz. Bild: Theo Dörpinghaus.

Unter anderem Sportler des ATV und des Turnerbunds Hückeswagen gestalteten das Rahmenprogramm, in dem auch ein 800-Meter-Lauf stattfand. Köstlich amüsiert haben sich die Zuschauer den Berichten zu Folge über den Linienrichter Herbert Orbach. Als das Spiel zur zweiten Halbzeit angepfiffen wurde, ritt dieser unvermittelt als Don Camillo aufs Feld, eine Hommage an eine damals sehr populäre Fernsehfigur. Übrigens: Das Spiel endete 4:4, doch das Ergebnis interessierte am Ende niemanden, stand doch der Spaß und der gute Zweck im Vordergrund.

Der Tag klang mit einem gemütlichen Beisammensein im Hofgarten aus, wo nun auch der damalige RSV 09-Vorsitzende Friedhelm Bender zu Wort kam, der als Hauptorganisator galt und dabei von Bürgermeister und Politik unterstützt wurde. Initiator war jedoch Paul Olpp, der zwischen dem Prominententeam und Stadt vermittelt hatte. An diesem Abend erfuhren die Hückeswagener auch, dass das Prominententeam bereits seit zirka 1948 spielt und so über vier Millionen D-Mark für den guten Zweck eingespielt hatte. Die Kölner bekamen als Abschlussgeschenk ein Bild vom Schloss samt Signatur.

Erschienen in der Bergischen Morgenpost, Ausgabe Hückeswagen am 20. September 2018.