01.11.2017: Rückblende (17) zum 1. November 2002: Vandalismus nach Wiederaufstellung des Pavillons im Rosengarten

Pavillon im Rosengarten am 4.9.2012. Foto: N. Bangert.
Pavillon im Rosengarten am 13.7.2014. Foto: N. Bangert.

(nob) Die ersten Stunden des Monats November 2002 würden viele Hückeswagener Geschichtsfreunde am liebsten aus ihrem Gedächtnis streichen. Das Entsetzen und die Empörung waren groß, als am Morgen des 1. November 2002 Passanten erste Blicke in den Rosengarten warfen. Nur Stunden nach der offiziellen Einweihung am Tag zuvor hatten Vandalen Scheiben des unter Denkmalschutz stehenden und nun an einem neuen Standort befindlichen historischen Pavillons kurzerhand zerstört. Nachdem die Stadt eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt hatte, meldete sich ein Zeuge, so dass die Täter – zwei Jugendliche im Alter von 13 und 14 Jahren – dingfest gemacht werden konnten. Sie gestanden, die Scheiben mit einem Skateboard ohne besonderen Grund eingeschlagen zu haben.

Noch am 31. Oktober hatten die Hückeswagener gemeinsam mit der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen und dem Bergischen Geschichtsverein (BGV) die Einweihung groß gefeiert. Zunächst fanden die offiziellen Reden im Heimatmuseum statt, wo der BGV eine Ausstellung zur Geschichte des Pavillons präsentierte. Im Anschluss wurde das Bauwerk besichtigt, das zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz fertig war. Es fehlten noch fünf Gemälde mit Hückeswagener Motiven von Karl Lamsfuhs aus dem Jahr 1912.

Auskunft darüber, wie es überhaupt zur Umsetzung des Pavillons in den Rosengarten gekommen war, gibt ein Aufsatz des ehemaligen BGV-Vorsitzenden Karl Reiner Illgen im Heft Leiw Heukeshoven 42. Ursprünglich stammt das Bauwerk aus der Ära der Familie des Spinnereibesitzers Carl Hager. Dieser ersteigerte 1848 das Grundstück Islandstraße 28, auf dem der Pavillon in einem Gartenpark stand. 1912 ging die Liegenschaft dann auf den Kaufmann Carl Sessinghaus über. Bei der Restaurierung vor der Umsetzung entdeckten Experten eine Übermalung von Motiven, bei denen sie Carl Hager als Auftraggeber vermuten. Daraus folgt eine Datierung der Errichtung auf einen Zeitraum zwischen 1842 und 1912.

Nachdem auf dem Gelände 1998 der Neubau eines Mehrfamilienhauses geplant war, gab es Handlungsbedarf, da der unter Denkmalschutz stehende Pavillon abgebaut werden musste. Zunächst beschloss der Rat, ihn dem Freilichtmuseum Lindlar zu übereignen. Doch eine Prüfung auf Vorschlag des BGV ergab, dass man diesen auch in den Rosengarten umsetzen könnte, der sowieso neugestaltet werden sollte. Als Finanzier der notwendigen 70.000 Euro fand sich schließlich die Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen, die dieses Vorhaben anlässlich des 150. Jahrestags der Gründung der Stadtsparkasse Hückeswagen den Bürgern zum Geschenk machte. Schließlich begann im April 2002 die Zerlegung in Einzelteile und nach Restaurierung der Materialien der Transfer in den Rosengarten. 300 Arbeitsstunden wurden unter maßgeblicher Beteiligung der Wipperfürther Schreinerei Albert Dörpinghaus investiert.

Erschienen in der Bergischen Morgenpost, Ausgabe Hückeswagen am 7. November 2017. URL: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/hueckeswagen/kinder-zerschlagen-pavillon-scheiben-mit-skateboard-aid-1.7186644

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