16.07.2017: Rückblende 16. Juli 2002 – Heute vor 15 Jahren: Belohnung für gestohlenen Adler auf dem Kriegermahnmal.

Montage des Adlers am 5. April 2010.
Montage des Adlers am 5. April 2010.

(nob) Ein Diebstahl der besonderen Art ereignete sich im Juli 2002 in der sonst meist so beschaulichen Schloss-Stadt. Für die Aufklärung dieser Tat, die tagelang für Gesprächsstoff in der Stadt sorgte, erreichte am 16. Juli 2002 die ortsansässige Presse eine Mitteilung eines Hückeswagener Unternehmens, die von Bürgermeister Norbert Jörgens übermittelt wurde. 500 Euro Belohnung hatte der Unternehmer Peter Recknagel ausgelobt, wenn es gelänge, den Adler wiederzubeschaffen, der vom kleinen Kriegermahnmal auf dem Bahnhofsplatz wenige Tage zuvor gestohlen wurde. Das ausgerechnet Peter Recknagel die Belohnung ausgesetzt hatte, war kein Zufall. Einer seiner Vorfahren gehörte zu den 24 Menschen, die in drei Kriegen des 19. Jahrhunderts ums Leben kamen und an die das Mahnmal erinnert.

Nachdem Deutschland den Krieg gegen das napoleonische Frankreich gewonnen hatte, wurden aus einer patriotischen Stimmung heraus überall im Land Denkmäler errichtet, so geschehen auch am 2. September 1875 in Hückeswagen. Ursprünglich befand sich auf dem Quader noch ein Sandsteinaufbau, der jedoch 1935 wegen schwerer Witterungsschäden abgebaut werden musste. Stattdessen wurde später der Bronzeadler, der zuvor auf dem Aufbau thronte, direkt auf den verbliebenen Quader gesetzt. Damit begann eine wechselvolle (Leidens-)Geschichte des Wappentieres. Ausgerechnet wenige Monate vor der 900-Jahr-Feier der Stadt wurde der Greiff 1984 erstmals durch Vandalen vom Sockel geholt und später in der Nähe des damaligen Bahnhofsgebäudes wiedergefunden. Im Herbst 1996 dann wurden Denkmal und Adler aufwändig restauriert, woran noch eine Plakette vor dem Quader erinnert. Schon damals hatte dies eine Spende durch die Firma Recknagel Präzisionsstahl möglich gemacht. Schließlich kam es dann im Juli 2002 zum besagten Diebstahl. Die ausgesetzte Belohnung führte nicht zum Erfolg, der Adler blieb verschwunden. Das vorerst letzte Kapitel in der Geschichte des Mahnmals wurde am 5. April 2010 geschrieben. Genau an diesem Tag installierte der Steinmetzbetrieb Schurg absolut diebstahlsicher einen „neuen“ Adler, nachdem zuvor sowohl der Bergische Geschichtsverein als auch erneut Peter Recknagel sich um einen Ersatz bemühten. Nachdem die Finanzierung stand und ein historisches Modell gefunden war, konnte im folgenden Monat bei der feierlichen Einweihung gemeldet werden: Der Adler ist gelandet.

Erschienen in der Bergischen Morgenpost am 14. Juli 2017: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/hueckeswagen/belohnung-fuer-gestohlenen-adler-auf-kriegermahnmal-aid-1.6946893

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